Foto: GI Gesellschaft für Informatik Anja Schaar-Goldapp GI; Prof. Marianne Gronemeyer (Refenrentin); PD Dr.-Ing. Thorsten Lang, VDI
und Dipl.-Ing. Eckhard Tiebel, VDE.
| Umgang mit der Ressource Zeit
Vortrag des Jahres am 12. November 2009 in Braunschweig im Haus der Wissenschaft
Die alljährliche Gemeinschaftsveranstaltung von VDI, VDE und GI, diesmal gestaltet von der letztgenannten Gesellschaft für Informatik, hatte ein großes, interessiertes Auditorium in die ehrwürdige Aula des neuen „Haus der Wissenschaft“, das Emil Herzig 1937 als spätexpressionistisches Beispiel damaliger Staatsarchitektur ursprünglich für die Naturwissenschaftliche Abteilung der TU entworfen hatte, gelockt.
Unter Bezug auf das Phänomen, dass Menschen heute darunter leiden, tatsächlich oder vermeintlich zu wenig Zeit zu haben, hätten sie keinen Anlass über Zeitmangel zu klagen, brachte die Referentin, Professor Dr. Marianne Gronemeyer, der eher etwas genrefernen Zuhörerschaft eindrucksvolle Beispiele aus dem weiten Feld der Philosophie nahe, die Bedeutung, Wirkung und Einstellung zum Zeitbegriff in verschiedenen Epochen veranschaulichten. Sie spannte den Bogen von Kierkegaard’s ‚Glaube, Liebe, Hoffnung’ über Goethe’s Luzifer- Gestalt bis zum türkischen Sprichwort, demnach der Teufel die Eile erfunden hätte. Als wesentliche Erkenntnis blieb, dass wir zum sinnvollen Umgang mit der Zeit die eigene Einstellung ändern müssten: Zeit könne weder verloren noch gewonnen werden. Wir könnten auch m-i-t der Zeit nichts machen. Wir könnten uns lediglich in ihr bewegen.
Eine anschließende Diskussion im Saal und willkommene, offene Gespräche bei einem Glas Wein oder Bier mit Salzgebäck im Foyer boten die ausgiebig genutzte Gelegenheit, mit der Referentin und untereinander eigene philosophische Erfahrungen und neue Erkenntnisse gedanklich auszutauschen.
Die Reihe dieser brillanten und bereichernden Veranstaltung wird im nächsten Jahr, dann vom VDI organisiert, fortgesetzt.
Dr.-Ing. Hans Sonnenberg VDI
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