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Der VDI Bezirksverein Braunschweig informierte sich über den Stand der Einlagerung im Salzbergwerk
Foto: Ulrich Zillmann
Der VDI Bezirksverein Braunschweig informierte sich über den Stand der Einlagerung im Salzbergwerk Foto: Ulrich Zillmann


Die Region Braunschweig/ Salzgitter/ Wolfenbüttel ist wie keine zweite in Deutschland durch die Atommüllendlagerung betroffen. Mit Asse II, Morsleben und Schacht Konrad befinden sich alle Endlager, die es in Deutschland gibt, im Umkreis dieser Region. Vor diesem Hintergrund wollte sich der VDI Braunschweiger Bezirksverein über den Stand der Einlagerung direkt vor Ort informieren und besuchte das Atommüllendlager Asse II.
Mit 10 Personen konnten Vertreter des Bezirksvereins in den Salzstock einfahren, wo mit Frau Parlitz und Herrn Bautz zwei kompetente Führer des Bundesamtes für Strahlenschutz über die Geologie, Geschichte und aktuellen Herausforderungen im Salzbergwerk berichteten.

Salzstock Verschiebung

Eines der Hauptprobleme ist der Druck des umliegenden Gebirges auf den Salzstock. Dieser Druck führt dazu, da sich die südliche Flanke des Salzstockes langsam verschiebt. Die Ausmaße der Verschiebung sind beachtlich. Kammern, die eine Länge von 40 m hatten, wurden auf 34 m zusammen geschoben. Infolge der Gebirgsbewegung lässt sich auch ein Wassereintritt nicht ausschließen. Die Besucher des VDIs konnten dies auf der 658-m-Sohle des Bergwerks miterleben, auf der die eindringende Salzlauge in Behältern aufgefangen wird. Die eindringende Flüssigkeit plätscherte in die Behälter – pro Tag circa 10.000 Liter. Der Salzgehalt der Lauge wird kontinuierlich gemessen. Nimmt der Salzgehalt ab, besteht das Risiko, dass Salz aus den tragenden Schichten des Bergwerks gelöst wird und dieses damit instabil wird. Die Stabilität des Bergwerks ist nach einem Gutachten nur bis 2020 gewährleistet, vorausgesetzt es kommt nicht zu einem starken Anstieg des Zulaufs an Flüssigkeiten. Bis zu diesem Zeitpunkt muss eine Lösung für die 124.494 Fässer mit schwach- und mittelradioaktiven Abfall gefunden werden, die zwischen 1967 und 1978 eingelagert wurden.

Entscheidung über Schließungsoptionen

In einer Informationsveranstaltung im Anschluss an die Befahrung des Bergwerks informierte Herr Bautz vom Bundesamt für Strahlenschutz den VDI Bezirksverein über die derzeit angedachten Optionen. Es besteht die Option, die Fässer innerhalb des Bergwerks in einen tiefer gelegenen noch nicht erschlossenen Bereich umzulagern. Bei der zweiten Option bleiben die Fässer an ihrem Ort. Zur Schließung wird eine Vollverfüllung des Bergwerks durchgeführt. Die dritte Option ist das Herausholen der Fässer und der Transport und die Endlagerung im Endlager Konrad. Damit wäre aber die Kapazität für die geplanten Einlagerungen in Schacht Konrad nicht mehr ausreichend. Angesichts des Risikos eines stärkeren Flüssigkeitszutritts und der Gefahr des Einsturzes des Bergwerks drängt die Zeit. Bis Ende des Jahres soll eine Entscheidung über die Schließungsoptionen getroffen werden.
Herzlichen Dank an dieser Stelle an alle Beteiligten des Bundesamtes für Strahlenschutz für die sehr offene und informative Veranstaltung im Endlager Asse II!

Prof. Dr.-Ing. Holger Brüggemann VDI
Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften