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Tiefenbohrung GeneSys in Hannover.
Tiefenbohrung GeneSys in Hannover.

Die Arbeitskreisgruppe besichtigte das Projekt GeneSys auf dem Nachbargrundstück.
Fotos: F. Oentrich
Die Arbeitskreisgruppe besichtigte das Projekt GeneSys auf dem Nachbargrundstück. Fotos: F. Oentrich


Seit dem Sommer 2007 hat sich der AK TGA unter der Leitung seines Obmannes Dipl.-Ing. Frank Oentrich zum Ziel gesetzt, regelmäßig interessante und aktuelle Fortbildungsmöglichkeiten für die Mitglieder des VDI, aber auch interessierte Ingenieure und Studenten anzubieten. Im TWW Trainings- und Weiterbildungszentrum Wolfenbüttel e.V. wurden in regelmäßigen Abständen Vorträge zu Themen wie Trinkwasserhygiene, RDA- Anlagen in Treppenhäusern, Sprinker- und Feuerlöschtechnik von unterschiedlichsten Fachreferenten aus Wirtschaft und Wissenschaft gehalten.

Die steigende Anzahl an Zuhörern bestätigte den ständigen Bedarf an konkreten und kompetenten Vorträgen und der Möglichkeit eines fachlichen Austausches.Den größten Anklang fanden jedoch die circa vierteljährlich stattfindenden Besichtigungen, zum Beispiel im Kraftwerk Hafen in Braunschweig, im VDTC Fraunhofer Institut in Magdeburg und nicht zu letzt die Führung durch das Geozentrum Hannover.

Rege AK-Beteiligung

Zum Besichtigungstermin im Juni waren trotz Ferien etwa 20 Personen erschienen. Das Geozentrum stellte sich und seine angegliederten Institute, das BGR (Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe), das LBEG (Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie) und das LIAG (Leibnitz-Institut für angewandte Geophysik) vor.

Die unterschiedlichen Institute referierten kurz und aussagekräftig über ihre Aufgabengebiete und Zuständigkeiten, aber auch über die Möglichkeiten der Geothermienutzungspotentiale in Deutschland. Sie fesselten die Zuhörer mit tiefgehenden Ausführungen zum Thema Tiefengeothermie und verwiesen beispielsweise auf das Internetportal www.geotis.de, auf der alle geothermischen Informationen zusammengetragen und den Nutzern frei zur Verfügung gestellt werden.

Dieses Portal soll das Erschließen der Potentiale beschleunigen und auf diesem Wege helfen, die durch die Bundesregierung gesteckten Ziele zur CO2-Einsparung zu erreichen.

Wärmepotential-Erschließung

Zum Abschluss der Veranstaltung konnten die Besucher das Projekt GeneSys auf dem Nachbargrundstück besichtigen. Hier wird aktuell eine etwa 4.200 m tiefe Bohrung in die Erde getrieben. Die Bohrung dient der Erschließung einer Wärmeleistung von etwa 2 MW. Diese Wärme soll direkt zur Beheizung des gesamten Geozentrums genutzt werden. Die Art der Erdwärmenutzung bzw. Tiefenbohrung (nur ein Bohrloch) ist in dieser Form weltweit einmalig.

Für die Erschließung der Wärmepotentiale wurden im Vorfeld verschiedenste Szenarien entwickelt. Als bevorzugte Variante wird die Tiefenzirkulation angesehen. Hierbei wird das Wasser durch ein „Inneres Rohr" bis in 4.200 m Tiefe eingebracht und über durchlässige Gesteinschichten erwärmt. Durch den äußeren (zum Teil gedämmten) Teil der Bohrung wird das erwärmte Wasser in einer Tiefe von circa 3.600 m wieder angesogen, an die Oberfläche gefördert und der Wärmenutzung zugeführt. Die Kosten der Anlage werden sich auf circa 15 Millionen Euro belaufen. Es wurde betont, dass das Projekt als Forschungsvorhaben zu betrachten und derzeit nicht wirtschaftlich darstellbar ist. Vielmehr soll es der Zukunftssicherung und Erforschung dieser Technologien dienen.

Dipl.-Ing. Frank Oentrich VDI