Der größte Teil des Energiebedarfes
in Wohngebäuden wird verheizt und
kann als verschwendet gewertet werden,
wenn man von Sonderfällen, zum
Beispiel Baudenkmälern, absieht. Für
Neubauten wird der zulässige Verbrauch
laufend verringert. Aktuell gilt die ENEV
2009, und der Bedarf liegt nur noch bei
circa 25 Prozent des Durchschnitts von
Altbauten. Darüber hinaus ist bereits die nächste Verschärfung geplant. Zusätzlich
wurde das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz
erlassen. Ein Teil des Wärmebedarfes
muss jetzt aus Sonnenkollektoren,
Abwärme (zum Beispiel der Stromproduktion),
Umweltenergie (zum Beispiel mit
einer Wärmepumpe) oder nachwachsendem
Brennstoff (zum Beispiel Holz) stammen.
Wie aber sieht es für ältere Gebäude
aus? Die Frage ist jeweils passend zum
Gebäude zu beantworten.
Helfen kann eigener Sachverstand oder ein Energieberater.
Bewährt, langlebig und für Wert und Wohnqualität des
Gebäudes positiv
ist die Wärmedämmung.
Bei jeder Reparatur
sollte man den bestmöglichen
Zustand anstreben.
Werden Fenster ausgetauscht -
sollten sehr gutes Wärmeschutzglas
oder das nur noch
etwas teurere Dreifachglas
eingebaut werden. Wird das Dach
repariert, sollte man bei dieser Gelegenheit
gleich eine Dämmung mit vornehmen,
und der nächste Wandanstrich
könnte mit Dämmputz erfolgen. Wie die
Erfahrung gezeigt hat, kann man kaum zu
viel tun. Im Laufe der letzten Jahrzehnte
haben sich immer wieder zunächst als
„zu gut“ kritisierte oder belächelte Standards
zwischenzeitlich überholt und gelten
heute teilweise schon als Sanierungsfall.
Leider kann man nicht immer so dämmen, wie man es gern hätte. Es kann
zu aufwendig werden, oder das Aussehen
des Gebäudes kann darunter leiden.
Allgemeine Bewertungsmaßnahmen
Ein anderer, schwierigerer Weg zur Verbrauchsminderung
ist ein Lüftungsgerät mit Wärmerückgewinnung. Wirtschaftlich
ist es bei den aktuellen Energiepreisen
noch selten, oft fehlt der Platz zum
Einbau oder es gibt anderweitige Vorbehalte.
Wer ein Lüftungsgerät hat, ist aber fast immer zufrieden.
Wenn der Weg der Bedarfsminderung ausgeschöpft ist oder nicht schnell genug
umgesetzt werden kann, müssen technische Lösungen zur Wärmebereitstellung
folgen. Jeder mit einem von der Sonne beschienenen Dach sollte die
Nutzung von Sonnenkollektoren in Erwägung ziehen. Sie sind langlebig und
betriebssicher. Wer über Fern- oder Nahwärme mit Abwärme aus der Stromproduktion
(Kraft-Wärme-Kopplung) versorgt wird, heizt schon verhältnismäßig
umweltfreundlich. Wenn der Verbrauch des Gebäudes noch relativ hoch ist, zum
Beispiel weil nicht gedämmt werden kann, und sich Platz für Brennstofflagerung
bietet, sollte die Nutzungsmöglichkeit eines Holzkessels geprüft werden.
Wer über große Heizflächen oder eine
Fußbodenheizung verfügt und an kalten
Tagen mit niedrigen Vorlauftemperaturen
von maximal 40-50 °C auskommt,
könnte eine Wärmepumpe installieren.
Die Varianten lassen sich natürlich noch
kombinieren. Allen Anderen bleibt die
Möglichkeit, den alten Heizkessel gegen
ein neues Brennwertgerät zu tauschen.
Auch das kann Minderungen von 10 Prozent
bis zu 30 Prozent erbringen.
Die Bewertung all dieser Maßnahmen erfolgt
mit einem Faktor, der den Anteil der
nicht erneuerbaren Energie beschreibt.
Ein Wert von „0“ ist anzustreben. Da
jede Technik aber etwas Energie allein für
den Eigenbetrieb braucht, sind Werte unter
0,3 schon als sehr gut zu bezeichnen.
Dipl.-Ing. André Voermanek
VDI